Um Rettungskräfte bei einem Notfall möglichst schnell über den Patienten aufklären zu können, haben die Städte Hallenberg, Medebach und Winterberg die Notfalldose eingeführt. In diese Dose kommen ein Formular mit den persönlichen Daten, Krankheiten, erforderlichen Medikamenten und die Kontaktdaten der im Notfall zu benachrichtigende Personen. Dann wird die Dose in die Kühlschranktür gestellt, um einen einheitlichen Platz für die Informationen zu haben. Alle Rettungskräfte im Hochsauerlandkreis sind entsprechend geschult und können so im Bedarfsfall in kürzester Zeit auf die wertvollen und vollständigen Informationen zugreifen. Erhältlich ist die Dose zum Preis von zwei Euro im Bürgerbahnhof der Stadt Winterberg sowie in den Rathäusern Medebach (im Bürgerbüro) und Hallenberg.


Ist eine erwachsene Person aufgrund von Alter, Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage, rechtliche, finanzielle, medizinische oder andere Angelegenheiten zu regeln, ist nicht automatisch ein (nahes) Familienmitglied vertretungsberechtigt. Der Gesetzgeber hat daher hier die Möglichkeit eingeräumt, frühzeitig Vertrauenspersonen mit notwendigen Befugnissen auszustatten, damit diese eventuell erforderliche Entscheidungen im Sinne der Betroffenen fällen können. Vorsorge für Notsituationen kann man in Form einer Vorsorgevollmacht, einer Betreuungsverfügung und einer Patientenverfügung treffen.

Patientenverfügung

Bei einer Patientenverfügung handelt es sich um eine Vorsorge für den Bereich der medizinischen Behandlung. Sie beinhaltet eine im Voraus abgegebene schriftliche Willenserklärung einer Person für den Fall, dass sie ihren Willen nicht mehr (wirksam) erklären kann. Geregelt wird, ob und wie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden soll und welche Eingriffe akzeptiert werden. Häufig steht die Patientenverfügung auch im Zusammenhang mit der Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird vorab geregelt, welche Vertrauensperson in vermögensrechtlichen und / oder persönlichen Angelegenheiten rechtlich vertreten kann, wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, bestimmte Angelegenheiten eigenständig zu regeln.

Betreuungsstelle HSK /Rechtliche Betreuung

Seit dem 01.01.1992 sind Entmündigungen und Vormundschaften für Erwachsene abgeschafft worden. An ihre Stelle ist die rechtliche Betreuung getreten. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Betreuungsrecht sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1896 ff ) geregelt. Das Ziel des Betreuungsrechts ist es vor allem, dem betreuten Menschen ein selbstbestimmtes Leben unter Achtung seiner Grundrechte zu ermöglichen. So bleiben z. B. das Wahlrecht und die Geschäftsfähigkeit grundsätzlich erhalten.

Für wen kann oder muss eine Betreuung eingerichtet werden?

Wenn volljährige Menschen aufgrund einer Krankheit oder Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr eigenverantwortlich regeln können und keine Vorsorgevollmacht erteilt haben, kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung notwendig werden. Die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung und die Bestellung eines rechtlichen Betreuers erfolgen durch das für den Wohnort der betroffenen Menschen zuständige Amtsgericht. Die Person des Betreuers soll in der Regel aus dem familiären oder sozialen Umfeld des Betroffenen ausgewählt werden. Nur wenn keine Angehörigen, Freunde, Bekannten oder Nachbarn als Betreuer tätig werden können, bestellt das Amtsgericht eine andere Person (ehrenamtlich oder hauptamtlich) als rechtlichen Betreuer.

Wie kommt es zu einer rechtlichen Betreuung und wer übernimmt sie?

Die betroffene Person selbst oder jede andere Stelle sowie auch Bürger, denen die Hilflosigkeit des betroffenen Menschen bekannt geworden ist, können beim Amtsgericht (Betreuungsgericht) eine rechtliche Betreuung beantragen bzw. anregen. Das Gericht nimmt die Mitteilung als Antrag oder Anregung zur Einrichtung einer Betreuung entgegen und prüft die Notwendigkeit. Der Richter informiert zunächst den betroffenen Menschen über die Einleitung des Verfahrens und über die Möglichkeit selbst einen Betreuer vorzuschlagen.
Die Betreuungsstelle wird zur Unterstützung des Betreuungsgerichts bei der Feststellung der persönlichen Lebensumstände des Betroffenen eingeschaltet.
Das Amtsgericht holt grundsätzlich ein ärztliches Gutachten ein, um die Notwendigkeit einer Betreuung zu klären. Der betroffene Mensch wird in jedem Fall durch den zuständigen Richter angehört. Der Richter entscheidet über die Einrichtung der Betreuung per Beschluss und gibt die Entscheidung der betroffenen Person, dem Betreuer und der Betreuungsstelle bekannt.


Was macht der rechtliche Betreuer?

Aufgabe des Betreuers ist es, dem Betreuten bei der Erledigung seiner rechtlichen Angelegenheiten zu helfen. Das Wohl des Betreuten spielt dabei die entscheidende Rolle. Generell sollen alle Entscheidungen, die getroffen werden müssen, mit dem Betroffenen abgesprochen werden. Eine persönliche Betreuung des betroffenen Menschen ist deshalb äußerst wichtig. Der Betreuer sollte möglichst dem Wunsch des Betroffenen entsprechen. Nur in Ausnahmesituationen und wenn es dem Wohl des betroffenen Menschen entspricht, kann gegen den Willen des Betreuten entschieden werden. Für schwerwiegende Entscheidungen ist immer die Einwilligung des Betreuungsgerichtes erforderlich.

Vorsorge treffen mit Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

In einer Vorsorgevollmacht können Sie festlegen wer Ihre Angelegenheiten in Ihrem Sinne regeln soll, wenn Sie selbst nicht mehr entscheidungsfähig oder handlungsfähig sind. Dies können selbstverständlich auch mehrere Personen in einer festgelegten Reihenfolge sein. Mit einer Vorsorgevollmacht soll verhindert werden, dass über ein Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung angeordnet werden muss. Die Aufgabenkreise, in denen der Bevollmächtigte für Sie handeln soll, legen Sie ebenfalls selbst fest. Die Unterschriften des/ der Vollmachtgebers/-in können in der Betreuungsstelle amtlich beglaubigt werden. Sie können auch zu einem bestellten Notar gehen und dort eine Vorsorge- oder Generalvollmacht notariell beurkunden oder öffentlich beglaubigen lassen. Diese Leistung ist gebührenpflichtig. Mit einer Betreuungsverfügung bestimmen Sie für den Fall, dass doch über das Gericht eine rechtliche Vertretung für Sie eingesetzt werden muss, wen Sie sich als Betreuer wünschen oder auch wer auf keinen Fall zum Betreuer bestellt werden soll.

Was macht der rechtliche Betreuer?

Aufgabe des Betreuers ist es, dem Betreuten bei der Erledigung seiner rechtlichen Angelegenheiten zu helfen. Das Wohl des Betreuten spielt dabei die entscheidende Rolle. Generell sollen alle Entscheidungen, die getroffen werden müssen, mit dem Betroffenen abgesprochen werden. Eine persönliche Betreuung des betroffenen Menschen ist deshalb äußerst wichtig. Der Betreuer sollte möglichst dem Wunsch des Betroffenen entsprechen. Nur in Ausnahmesituationen und wenn es dem Wohl des betroffenen Menschen entspricht, kann gegen den Willen des Betreuten entschieden werden. Für schwerwiegende Entscheidungen ist immer die Einwilligung des Betreuungsgerichtes erforderlich.

Folgende Voraussetzungen müssen für die Abgabe einer Vorsorgevollmacht / Betreuungsverfügung gegeben sein:

»» der Vollmachtgeber ist geschäftsfähig »» der Bevollmächtigte ist bereit und geeignet »» zwischen Vollmachtgeber u. Bevollmächtigten besteht ein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis, denn eine gerichtliche Kontrolle ist nicht gegeben. Diese Kontrolle findet nur bei einer rechtlichen Betreuung statt; bei der Betreuung durch Familienangehörige in der Regel aber nur auf spezielle Anordnung durch das Betreuungsgericht. Die Vollmacht kann jederzeit widerrufen oder verändert werden! Die Stadt Arnsberg unterhält eine eigene Betreuungsstelle.


Schwerstkranke und sterbende Menschen haben Anspruch auf eine palliative Versorgung. Die Palliativmedizin hat das Ziel, die Folgen einer Erkrankung zu lindern (Palliation), wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Palliativversorgung kann überall dort geleistet werden, wo Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen – zu Hause, sowie in stationären Pflegeeinrichtungen, in Krankenhäusern oder in stationären Hospizen. Viele schwerstkranke Menschen haben den Wunsch, in der letzten Lebensphase in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben. Der stetige Ausbau der ambulanten Palliativversorgung wird dem gerecht. Schwerstkranke sterbende Menschen haben Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die sowohl palliativ-medizinische als auch palliativ-pflegerische Leistungen umfasst. Wenn eine ambulante Versorgung im Haushalt oder in der Familie der beziehungsweise des Versicherten nicht mehr möglich ist, können Patientinnen und Patienten in stationären Palliativstationen versorgt werden. Möglich ist auch eine Versorgung in stationären Hospizen.

Palliativnetz Soest- Hochsauerland

Frau Olivia Heisith
Tel.: +49 (0) 171 9411126
Bismarckstr. 3
59505 Bad Sassendorf
o.heisith@palliativnetz-soest-hsk.de
www.palliativnetz-soest-hsk.de

Hospizinitiative Hallenberg-Winterberg e.V.

Vorsitzende: Frau Dr. Wigand
Tel.: +49 (0) 151 15669840
Auf der Halle 1
59969 Hallenberg
info@hospiz-hallenberg-winterberg.de
Palliativarzt:
Herr Dr. Wigand
Tel.: +49 (0) 170 4319291


Palliativärzte im Hochsauerlandkreis
(Stand: 24.08.16)

Dr. med. Paulus Decker,
Arnsberg-Hüsten

Angela Hübner,
Arnsberg

Dr. med. Klaus-Dieter Peck,
Arnsberg-Neheim

Dr. med. Paul-Guido Weber,
Arnsberg-Oeventrop

Dr. med. Christoph Evers,
Sundern

Dr. med. Klaus-Dieter Wigand,
Hallenberg

Susanne Rosenthal-Otto,
Marsberg

Dr. med. Christian Schneider,
Meschede

Dr. med. Barbara Moser,
Meschede

Arnold Geueke,
Schmallenberg

Dr. med. Wolfgang Graw,
Schmallenberg/Brilon


Prinzipiell bleibt es jedem selbst überlassen, ob er ein Testament verfassen möchte oder nicht. Liegt nach dem Ableben kein letzter Wille vor, greift die gesetzliche Erbfolge. Sie teilt das Erbe unter den Hinterbliebenen auf. Wer von der gesetzlichen Erbfolge abweichen und beispielsweise einen Verwandten besonders bevorzugen oder einen Teil seines Vermögens einer Stiftung hinterlassen will, sollte dies in einem Testament festhalten. Gerade bei komplizierten Vermögensverhältnissen ist ein letzter Wille sinnvoll.

Drei grundsätzliche Möglichkeiten gibt es: Sie können ein Testament handschriftlich selbst erstellen oder beim Notar beurkunden lassen. Einen Sonderfall stellt das Berliner Testament dar, bei dem zwei Partner ihren letzten Willen in einem gemeinsamen Dokument festhalten. Wen Sie als Erbin oder Erben einsetzen, bleibt Ihnen überlassen. Dennoch gibt es einige Einschränkungen: Ehegatten, Partnerinnen und Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie Kinder und Enkel haben Anrecht auf einen Pflichtanteil.

Ab einem Alter von 16 Jahren darf man sein Testament beim Notar erstellen lassen, ab 18 Jahren darf jeder seinen letzten Willen eigenhändig verfassen. Die Alterseinschränkung soll sicherstellen, dass die Betroffenen die Tragweite ihrer Entscheidung abschätzen können. Bei fortgeschrittener Demenz kann man seine Testierfähigkeit verlieren.

Es ist empfehlenswert, das Testament beim Nachlassgericht zu hinterlegen oder es demjenigen zu geben, der am meisten von dem Testament profitiert. So stellen Sie möglichst sicher, dass Ihr letzter Wille nicht unterschlagen wird.
(www.senioren-ratgeber.de)